Gegründet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen, übernahmen wir, die GSI (OÖ LWV), zentrale Aufgaben zum Wohle des Gemeinwesens. Der Fokus richtete sich seit jeher auf die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen. Entsprechend den neuen gesellschaftlichen Bedürfnissen engagieren wir uns heute auch in anderen sozialen Feldern.

Die Geschichte der GSI

2015 feiert die Schön für behinderte Menschen ihr 20-jähriges Jubiläum und ändert ihren Namen auf Schön für besondere Menschen.

2014 wird die NOAH-Sozialbetriebe gemeinnützige GmbH gegründet. Sie engagiert sich für Menschen, die Unterstützung und Begleitung bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen benötigen.

Das Hauptaugenmerk liegt derzeit aufgrund der aktuellen politischen Situation in der Begleitung und Betreuung von AsylwerberInnen. Die NOAH bietet entsprechende Wohnmöglichkeit ebenso wie Assistenz bei Behördengängen und Arztbesuchen. Gleichzeitig bemüht sich das Team der NOAH um die Integration der AsylwerberInnen in die jeweiligen Gemeinden und setzt sich aktiv für die Entwicklung von sozialen Kontakten ein. Geschäftsführer ist Mag. Josef Leitner.

Konsulent Dr. Günther Weixlbaumer geht nach 20 Jahren verdienstvoller Tätigkeit als Geschäftsführer der Institut Hartheim gemeinnützigen Betriebsgesellschaft mbH und der Schön für behinderte Menschen gemeinnützigen GmbH in Pension. Neuer Geschäftsführer im Institut Hartheim wird Mag. Josef Leitner und in Schön für behinderte Menschen tritt Mag. Thomas Weixlbaumer seine Nachfolge an.

 

 

Die GSI versucht auch internationale Kontakte zu knüpfen: Seit Anfang 2006 wird das Heim für geistig und psychisch beeinträchtigte Frauen "Vatsalyadham" der Organisation MAHER (Haus der Mütter) in der Nähe von Pune im Bundesstaat Maharashtra in Indien unterstützt. Ziel ist dabei nicht nur eine durch Spenden und Beiträge von Vereinsmitgliedern ermöglichte finanzielle Unterstützung, sondern auch nach Möglichkeit der Ausbau nachhaltiger fachlicher und vor allem auch persönlicher Beziehungen. In diesem Sinn ist auch ein Austausch von Betreuungspersonal von Hartheim und Schön sowie von Maher auf jeweiliger Volontariatsbasis vorgesehen. 

2004 wird Dr. Wolfgang Schwaiger zum neuen Obmann der GSI gewählt. Seither bemüht sich die GSI neben der Begleitung und Weiterentwicklung ihrer Tochtergesellschaften auch um neue soziale Initiativen. So wird der Tätigkeitsbericht des Vereines als "GSI - Aktuell" neu gestaltet, GastreferentInnen zu aktuellen Themen bei den Jahreshauptversammlungen eingeladen. 

Im Jahr 2003 wird die vom Land Oberösterreich getragene Ausstellung "Wert des Lebens" eröffnet. Seitdem dient Schloss Hartheim als Lern- und Gedenkstätte. 

Der demografischen Entwicklung Rechnung tragend wird 2001 die "Schön für Senioren GmbH" gegründet. Diese Initiative mit ihrem Geschäftsführer Mag. Thomas Weixlbaumer bemüht sich um die Verwirklichung innovativer Konzepte in der Seniorenarbeit.

Das Nebeneinander von Alltagsleben und Opfergedenken hat Brisanz und wird der besonderen Bedeutung des Schlosses im Sinne einer Gedenkstätte nicht gerecht. Der OÖ.LWV sieht sich trotz aller Bemühungen nicht in der Lage, dieses Problem befriedigend zu lösen. So wird aufgrund der Initiative von Dr. Günther Weixlbaumer und dem OÖ.LWV schließlich der Verein Schloss Hartheim gegründet. Erklärtes Ziel ist es, das Schloss unter Bedachtnahme auf seine Geschichte einem würdigen Verwendungszweck zuzuführen.

Mitte der 90-er Jahre wird auf Initiative von Dr. Günther Weixlbaumer eine neue Einrichtung für beeinträchtigte Menschen gegründet. Der ehemalige Kreuzbichlhof in Schön wird saniert und ausgebaut und bietet unter dem Namen "Schön für behinderte Menschen" KlientInnen aus dem Kirchdorfer Umfeld ein neues Zuhause. Sukzessive erweitert, nimmt sie in erster Linie erwachsene Personen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung auf und offeriert ein auf ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse abgestimmtes Wohnangebot und Beschäftigungsprogramm. Mobile Begleitung und eine Tagesbetreuung für externe KlientInnen ergänzen nach und nach die bestehenden Betreuungsleistungen. Zusätzlich hat sich "Schön für behinderte Menschen" auf sozialökonomische Angebote im Gastronomie- und Tourismusbereich spezialisiert.

1990 überträgt der Verein Dr. Günther Weixlbaumer die Leitung des Institutes Hartheim. Dir. Dr. Weixlbaumer und seinem engagierten Mitarbeiterteam gelingt es in wenigen Jahren, das Institut Hartheim zu einem anerkannten Kompetenzzentrum für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zu entwickeln. Neben dem Imageproblem waren viele personelle, bauliche und wirtschaftliche Probleme zu lösen.

Waren es früher Kinder, so bilden heute in erster Linie erwachsene Menschen aus Oberösterreich das Klientel des Institutes, wo sie vielfältige Angebote zur Gestaltung ihres Lebens vorfinden. Diese beinhalten beispielsweise qualitativ hochstehende Wohn-, Beschäftigungs- und Bildungsmöglichkeiten in verschiedensten Formen der Tagesbetreuung. Mobile Begleitung, ein seit 1990 integrativ geführter Kindergarten, verschiedene auf schwerst beeinträchtigte Menschen spezialisierte medizinisch-therapeutische Behandlungen und vor allem auch intensive agogische Begleitung durch so genannte Fachdienste kompletieren das Betreuungsangebot.

Besonders punkten kann das Institut Hartheim u.a. mit innovativen Ansätzen im Bereich der Freizeitpädagogik, mit Sport-, Bildungs- und Veranstaltungsangeboten. Insbesondere mit einem umfassenden Angebot an musisch-kreativen Beschäftigungsmöglichkeiten werden innovative Wege in der Betreuung von beeinträchtigten Menschen geschenkt.

Aus dem monolithischen Block, den das Institut früher bildete, ist nach einer umfangreichen Generalsanierung samt Neu-, Zu- und Umbauten ein modernes, architektonisch ansprechendes Zentrum geworden. Zusätzlich werden sukzessive Außenstellen im oberösterreichischen Zentralraum geschaffen. Diese befinden sich in Oberlandshaag, Prambachkirchen sowie in den Gemeinden Ottensheim, Feldkirchen, Marchtrenk, Neuhofen und Wels.

1969 wird eine "Schulklasse für Schwerstbehinderte" eingerichtet, welche die Basis für die heute integrativ geführte Martin-Buber-Landesschule ist, ebenso entsteht ein Sonderkindergarten und Hort für beeinträchtigte Jugendliche. 1971 erfolgt der erste Erweiterungsbau des Instituts.Nach und nach werden Wohngruppen vornehmlich für junge Männer und Werkräume für deren Beschäftigung eingerichtet. Die Betreuung weitet sich zunehmend auf externe KlientInnen aus. 

Generell lässt sich eine Veränderung des agogischen Konzepts seit der Gründung feststellen. Ab Mitte der Achtzigerjahre werden deutliche Akzente in Richtung "Normalisierung" gesetzt. Die verschiedenen Aktivitäten dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die späten 70-er und frühen 80-er Jahre eine Zeit der Krisen sind, in der das Institut auch öffentlicher Kritik ausgesetzt war. So wird etwa die teilweise mangelhafte Qualifikation von BetreuerInnen und deren Umgang mit den BewohnerInnen kritisiert. Ebenso wird die übergroße Sparsamkeit bemängelt. Spannungen zwischen geistlichem und weltlichem Personal tun ihr Übriges.

1969 wird der OÖ.LWV in Schloss Hartheim aktiv und lässt eine Gedenktafel zur Erinnerung an die während der NS-Zeit ermordeten Menschen anbringen und eine Gedenkstätte einrichten.

Im Jahr 1963 beschließt der OÖ.LWV einen Neubau in Hartheim zu errichten, um Kindern mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung ein Zuhause zu geben. Nach längerer Diskussion beschließt er 1964, sich unter dem Motto "Sühne für Hartheim" zu präsentieren. Am 21. September 1965 wird der Grundstein für das neue Institut gelegt, welches drei Jahre später seiner Funktion übergeben wird.

Ursprünglich sind es Kinder und Jugendliche, die im Institut Hartheim betreut werden. Ihre Begleitung haben geistliche Schwestern unterschiedlicher Kongregationen inne. Prof. Georg Erber, Priester und Leiter des Kinderdorfes St. Isidor, übernimmt zusätzlich die Funktion des Direktors des neuen Instituts Hartheim. Um die Finanzierung der Arbeit des Institutes langfristig sicher zu stellen, geht der OÖ.LWV eine Kooperation mit dem Land OÖ ein. 

Kosulent Dipl.-Ing. Anton Strauch wird zum neuen Vereinsobmann gewählt, er wird diese Funktion 50 Jahre lang sehr erfolgreich ausüben.

Nach Jahren der Ungewissheit erhält im September 1948 der OÖ.LWV sein Eigentum zurück. Von diesem Zeitpunkt an gilt die Aufmerksamkeit des Vereins dem Schloss, allerdings ausschließlich aus verwaltungsspezifischen Gründen, wie der Vermietung, Verpachtung und Reparatur von Schäden. Das Schloss wird schließlich über einen längeren Zeitraum als Flüchtlingsquartier verwendet, ehe es 1954 auf Drängen der Gemeinde Alkoven hin als Zufluchtsstätte für hochwassergeschädigte Familien dient. 

Im Jahr 1947 werden die ersten Schritte zur Wiedereinrichtung einer “Sozialstätte” gesetzt. Der Verein tritt an die Franziskusschwestern heran, um sie für die Übernahme der Pflege zu gewinnen. 

Im Herbst 1946 wird ein neuer Ausschuss einberufen. Dieser übergibt jedoch bereits ein Jahr später seine Funktion an den früheren Leiter der Anstalt Hartheim, Direktor Karl Mittermayr. 

Das Euthanasieprogramm des NS-Regimes greift - Schloss Hartheim ist davon auch betroffen und wird entsprechend "umfunktioniert". In den Jahren von 1940 bis 1944 werden in Schloss Hartheim etwa 30.000 Menschen, die von den Nationalsozialisten als "lebensunwertes" Leben angesehen werden, in einer Gaskammer ermordet. Ihre Leichen werden verbrannt, ihre Asche und persönliche Habe wird zum Teil auf dem Gelände des Schlosses Hartheim verscharrt. Vor Beendigung des zweiten Weltkrieges kommt es zu Um- und Abbauarbeiten, um die Spuren des Geschehens zu beseitigen.

Im März 1938 hört Österreich auf zu existieren und wird Teil des Großdeutschen Reiches. Die NS-Diktatur bringt radikale Änderungen mit sich, die viele Menschen direkt in den Tod führen. Dazu gehören auch Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Schloss Hartheim wird zu einer Vernichtungsstätte für diese Personengruppe. Mehr als 30.000 Menschen werden hier ermordet.

Bereits 1938 wird der OÖ.LWV enteignet und aufgelöst. Im Frühling des folgenden Jahres muss eine größere Gruppe von Pfleglingen das Schloss verlassen und wird in das Stift Schlierbach verlegt. Im März 1940 folgt schließlich unter dem Vorwand, dass in "Schloss Haus" eine neue Anstalt zur Verfügung stünde, der Abtransport aller übrigen KlientInnen in die Nervenklinik Niedernhart in Linz, in die Pflegeanstalten Schloss Haus und Baumgartenberg.  

Die Kriegsjahre 1914-1918 sind von Not und Entbehrungen gekennzeichnet, sie beeinträchtigen die Arbeit des OÖ.LWV. Betreuungspersonal wird knapp, da ein Teil der Ärzte und Schwestern eingezogen wird. Was aber noch schwerer wiegt, sind die Probleme, die sich durch die allgemeine Nahrungsmittelknappheit ergeben. Trotz zahlreicher Naturalspenden aus der Bevölkerung stirbt ein Fünftel der BewohnerInnen des Schlosses Hartheim an den Folgen des Krieges. KlientInnen müssen entlassen werden, wenn private oder öffentliche Geldgeber ihren Aufenthalt im Schloss nicht mehr bezahlen.
Als zeitgemäß orientiertem Pädagogen ist Alois Walcher die Bildung der BewohnerInnen des Schlosses ein Anliegen, er plant die Errichtung einer Unterrichts- und Beschäftigungsabteilung.
Seine Nachfolge tritt 1919 der Priester und Taubstummenlehrer Karl Mittermayr an. Er legt den Schwerpunkt der Arbeit auf Versorgung und Pflege. Die Erfahrungen der Kriegsjahre, die vielen Entbehrungen sowie die große Angst vor Hungersnot veranlassen den OÖ.LWV. die behindertenspezifischen und pädagogischen Arbeiten in den Hintergrund zu rücken.

1898 schenkt Camillo Heinrich Fürst Starhemberg anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Josef I dem OÖ.LWV das Renaissanceschloss Hartheim in Alkoven. Darin beginnt der Verein eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, bezeichnet als Anstalt für die "armen Schwach- und Blödsinnigen, Idioten und Cretinösen", zu etablieren. Sie wird unter der Leitung von Alois Walcher (Priester und Direktor der k. u. k. Taubstummenlehranstalt in Linz) eröffnet.

Das 19. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch Umbrüche im politischen, kulturellen und sozialen Gefüge. Es ist die Epoche der Industrialisierung, in der die Bedeutung der Wirtschaft als Motor der Gesellschaft einen ersten Höhepunkt erreicht. Dementsprechend müssen sich Lebensstile verändern, hergebrachte Denk- und Verhaltensweisen werden zerstört. Davon sind alle Bevölkerungsgruppen betroffen, ganz besonders aber Menschen mit geistigen und mehrfachen Beeinträchtigungen.
In Oberösterreich gründet eine Gruppe Linzer Bürger 1892 den OÖ Landeswohltätigkeitsverein (OÖ.LWV). Sein Hauptziel ist es, eine Anstalt für "schwachsinnige, blödsinnige und idiote" Kinder zu gründen.

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